Die Frage, die jeder stellt
„Kann man in Kekova schwimmen?" Das ist die häufigste Frage, die Besucher stellen, und die Antwort erfordert eine Unterscheidung: Sie können nicht in der versunkenen Stadt schwimmen — die Schutzzone verbietet es — aber Sie können durchaus in der Kekova-Region schwimmen, und die Buchten, in denen es erlaubt ist, gehören zu den schönsten an der gesamten türkischen Mittelmeerküste.
Die meisten Bootstouren beinhalten ein oder zwei Badestopps als Teil der Standardroute. Doch zu wissen, welche Bucht Ihren Prioritäten entspricht — Geschichte, Wasserklarheit, Ruhe, Schnorcheln — kann den Unterschied zwischen einem angenehmen Bad und einem wirklich unvergesslichen Schwimmerlebnis ausmachen. Dieser Leitfaden stellt die vier wichtigsten Optionen und die versteckten Buchten dahinter vor.
Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln sind in der Zone der versunkenen Stadt entlang der Südküste der Insel Kekova strengstens verboten. Die SPA-Bestimmungen von 1990 werden von Küstenwache-Patrouillen durchgesetzt. Alle unten beschriebenen Buchten liegen außerhalb der Schutzzone und sind zum Schwimmen freigegeben.
Für eine visuelle Übersicht darüber, wo genau das Schwimmen erlaubt und wo es verboten ist, sehen Sie sich die Kekova-Schutzgebietsgrenzen auf unserer Interaktiven Karte → an
Tersane-Bucht (Werft-Bucht)
Die beliebteste Badestation auf der Kekova-Route — und das aus gutem Grund. Die Tersane-Bucht liegt an der Nordküste der Kekova-Insel, geschützt vor Wind und Strömung durch den Bergrücken der Insel. Das Wasser ist seicht, warm und türkis, mit einem sanft abfallenden Einstieg, der sie für Schwimmer aller Erfahrungsstufen zugänglich macht.
Was Tersane von einer gewöhnlichen türkisfarbenen Bucht unterscheidet, ist die Geschichte am Ufer. Die Bucht verdankt ihren Namen den Ruinen einer byzantinischen Werft („tersane" auf Türkisch), die entlang der Wasserlinie sichtbar sind — steinerne Slipanlagen, Kaimauern und die Überreste überdachter Bootshäuser, in denen Galeeren zur Reparatur an Land gezogen wurden. Die Ruinen stammen etwa aus dem 7. bis 11. Jahrhundert, der gleichen Zeit, in der die Burg Simena zum Schutz der Bucht errichtet wurde.
Schnorcheln: Der felsige Grund entlang der östlichen Buchtseite beherbergt Seebrassen, bunte Lippfische, Riffbarsche und gelegentlich Oktopusse, die sich in Felsspalten verstecken. Die Wasserklarheit beträgt an ruhigen Vormittagen typischerweise 8–12 Meter. Bringen Sie Ihre eigene Maske und Schnorchel mit — manche Touren stellen Ausrüstung zur Verfügung, viele jedoch nicht.
Besuchermanagement: In Juli–August ankern hier zwischen 12 und 14 Uhr gleichzeitig mehrere Gulets. Für ein ruhigeres Badeerlebnis wählen Sie eine morgendliche Halbtagestour (Ankunft ~11 Uhr) oder einen privaten Charter, der vor oder nach dem Ansturm hierher kommen kann.
Akvaryum-Bucht
Benannt nach ihrer aquariumsgleichen Klarheit, ist die Akvaryum-Bucht eine kleine Bucht mit Sandboden an der Festlandküste nahe dem westlichen Eingang des Kekova-Kanals. Das Wasser ist außergewöhnlich durchsichtig — der sandige Grund reflektiert das Sonnenlicht nach oben und erzeugt die leuchtende Türkisfarbe, die der Bucht ihren Namen verleiht.
Was Akvaryum von Tersane unterscheidet: Akvaryum hat einen sandigeren, flacheren Grund anstelle von felsigem Terrain, was das Waten angenehmer macht und für kleine Kinder besser geeignet ist. Am Ufer gibt es keine historischen Ruinen. Das Schnorcheln ist weniger interessant (weniger Meereslebewesen im Sand), aber die Wasserklarheit ist wohl noch besser.
Tiefe und Einstieg: Sehr flach in Ufernähe (knietief für 10–15 Meter), wird allmählich tiefer bis zu 3–4 Meter in der Mitte. Der sanfte Einstieg und der weiche Boden machen diese Bucht zur sichersten für weniger geübte Schwimmer und Familien mit kleinen Kindern.
Andrang: Höher als in der Tersane-Bucht zur Hauptsaison — die Bucht ist kleiner, und ihre geschützte Lage macht sie zu einem beliebten Ankerplatz. Im Juli–August können Sie zur Mittagszeit mit 5–10 Booten rechnen. Morgens vor 11 Uhr oder spätnachmittags nach 15 Uhr ist es deutlich ruhiger.
Gökkaya-Bucht & die Blaue Grotte
Weiter östlich der Hauptroute von Kekova liegt die Gökkaya-Bucht, die größer, tiefer und deutlich weniger besucht ist als Tersane oder Akvaryum. Sie ist die richtige Wahl für Reisende, die Einsamkeit der Bequemlichkeit vorziehen — die meisten Gruppentouren kommen nicht hierher, daher benötigen Sie eine private Charter oder ein Kajak, um sie zu erreichen.
Das charakteristische Merkmal der Bucht ist eine Meereshöhle an ihrem östlichen Ende — eine teilweise unter Wasser stehende Grotte, in der das Wasser durch das durch den Unterwassereingang gefilterte Licht eine intensive blaue Farbe annimmt. Die Höhle ist schwimmbar (vorsichtig — der Eingang ist felsig und niedrig, außer bei völlig ruhiger See) und das Innere ist zwar klein, aber atmosphärisch.
Schnorcheln: Gut bis ausgezeichnet entlang der felsigen Küstenlinie. Das tiefere Wasser (5–10 Meter) beherbergt größere Fischarten als die flacheren Buchten, und die Felsformationen schaffen eine interessante Unterwassertopografie. Die Sichtweite ist normalerweise hervorragend.
Zugang: Private Bootstour von Üçağız (etwa 8 km östlich der Haupt-Kekova-Route, verlängert die Standardroute um 30–40 Minuten pro Richtung) oder Seekajak (nur für erfahrene Paddler — die Rundtour von Üçağız beträgt etwa 16 km und dauert 3–4 Stunden inklusive Badezeit). Nicht in den Standard-Gruppentouren enthalten.
Ausstattung: Keinerlei Einrichtungen vorhanden. Die meiste Zeit sind Sie hier völlig allein. Komplette Selbstversorgung erforderlich.
Versteckte Buchten: Abseits der Tourenroute
Die Nordküste der Insel Kekova verfügt über mehrere unbenannte Buchten, die nicht auf den Routen der Ausflugsboote stehen. Diese sind nur mit einem privaten Charter oder Seekajak erreichbar, und an den meisten Tagen haben Sie sie ganz für sich allein.
Die Buchten teilen gemeinsame Merkmale: felsige Uferlinie, piniengesäumte Hänge, die zum Wasser abfallen, Tiefen von 2–6 Metern und keinerlei Einrichtungen. Was sie Ihnen bieten, ist absolute Privatsphäre und das besondere Erlebnis, in kristallklarem Wasser zu schwimmen, in dem Sie jeden Stein auf dem Grund sehen können – ohne ein anderes Boot in Sicht und ohne andere Geräusche als das Rauschen des Windes in den Pinien.
Wenn Sie ein privates Boot chartern, fragen Sie den Kapitän nach den Buchten zwischen der Tersane-Bucht und der Ostspitze der Insel. Die meisten Kapitäne kennen zwei oder drei „geheime" Plätze, die sie gerne in die Tour einbeziehen, wenn Sie Interesse zeigen — für sie ist es ein Verkaufsargument, kein streng gehütetes Geheimnis.
Welche Bucht ist die richtige für Sie?
Ich bin in allen vier dieser Buchten schon unzählige Male geschwommen — in Tersane seit meiner Kindheit auf dem Boot meines Onkels, in Gökkaya seit ein Freund seinen Charterführerschein hat. Die Leute fragen mich „welche ist die beste Bucht?" und ich antworte immer mit einer Gegenfrage: Was erwarten Sie sich von Ihrem Schwimmerlebnis? Geht es um Atmosphäre und Geschichte, gewinnt Tersane — neben den Ruinen byzantinischer Werften zu schwimmen, während Fische um Ihre Knöchel kreisen, ist ein Erlebnis, das sich schwer wiederholen lässt. Geht es um Wasserqualität und Komfort, ist Akvaryum mit seinem Sandboden und kristallklarer Sicht unschlagbar, besonders mit Kindern. Geht es um Einsamkeit und Abenteuer, lohnt sich der zusätzliche Aufwand für Gökkaya mit seiner blauen Grotte. Und wenn Sie einfach nur in Stille treiben möchten, ohne beobachtet zu werden, bitten Sie Ihren Kapitän um die namenlosen Buchten. Sie alle liegen im selben Buchtensystem, nur wenige Bootsminuten voneinander entfernt. Wenn Sie einen ganzen Tag Zeit haben, besuchen Sie alle drei.
Tersane: Ideal für die Kombination aus Geschichte und Schwimmen. Felsiger Untergrund, ausgezeichnet zum Schnorcheln, mäßig besucht. Auf allen Tourenrouten enthalten.
Akvaryum: Ideal für Familien und kristallklare Fotos. Sandiger Grund, sanfter Einstieg, weniger interessant zum Schnorcheln. Bei den meisten Ganztagestouren enthalten.
Gökkaya: Ideal für Einsamkeit und die blaue Grotte. Tieferes Wasser, besser für geübte Schwimmer. Nur mit Privatboot oder Kajak erreichbar.
Versteckte Buchten: Ideal für absolute Ruhe. Felsiger Einstieg, keine Einrichtungen, nur für Selbstversorger. Nur mit Privatboot oder Kajak erreichbar.
Was Sie mitbringen sollten
Keine der Buchten verfügt über irgendwelche Einrichtungen. Das muss betont werden, da Besucher, die an organisierte Strände gewöhnt sind, manchmal überrascht sind. Hier ist die Checkliste:
Grundausstattung: Badeanzug (unter der Kleidung getragen), Handtuch, Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (nach jedem Schwimmen neu auftragen), Trinkwasser (mindestens 1,5L pro Person — Hitze + Salzwasser = Austrocknung), Hut für die Pausen zwischen den Schwimmrunden.
Empfehlung: Taucherbrille und Schnorchel (besonders für Tersane), Wasserschuhe oder Riffsandalen (die felsigen Einstiege bei Tersane und Gökkaya sind scharf), eine wasserdichte Tasche für Handy und Kamera, sowie ein leichtes Überwurftuch als Sonnenschutz auf dem Boot zwischen den Stopps.
Temperaturen: Das Meerwasser ist von Mai (20°C) bis Oktober (22–24°C) zum Schwimmen geeignet, mit Höchstwerten von 27–28°C im August und September. Die Buchten sind geschützt und flach, daher erwärmen sie sich schneller als das offene Meer. Ein saisonaler Hinweis: Gelegentlich erscheinen Ende August und September Quallen, besonders nach anhaltenden Südwinden. Sie sind selten gefährlich, können aber stechen — falls Sie durchscheinende Formen an der Oberfläche treiben sehen, halten Sie Abstand.
Für eine alternative Art, die Buchten zu erleben — paddelnd statt mit dem Motor — siehe unseren Seekajak-Guide →. Für Details zu den Bootstouren, die diese Badestopps beinhalten, siehe Bootstouren →
